Hohe Decken im Gründerzeitaltbau, eine Gastherme in der Küche, ein Durchlauferhitzer im Bad und der Zähler irgendwo im Treppenhaus: So wohnt ein großer Teil Leipzigs. Stromsparen funktioniert hier nicht über eine neue Heizung, die dem Vermieter gehört, sondern über das, was in der Wohnung selbst steckt. Sortiert nach Aufwand.
Stufe 1: kostet nichts, wirkt ab heute
- Zählerstand eine Woche lang jeden Abend notieren. Wer seinen Tagesverbrauch kennt, erkennt Ausreißer.
- Router, Fernseher und Konsole nachts komplett vom Netz nehmen – Standby summiert sich im Dauerbetrieb zu einem spürbaren Posten.
- Kühlschrank auf sieben Grad, Gefrierfach auf minus achtzehn; jedes Grad kälter kostet Geld und bringt nichts.
- Wäsche bei 30 Grad, volle Trommel, Eco-Programm. Mit Dachboden oder Hofseite lässt sich im Altbau fast alles an der Luft trocknen.
- Warmwasser bewusst zapfen: Der elektrische Durchlauferhitzer zählt zu den größten Verbrauchern einer Altbauwohnung, kürzer duschen schlägt direkt zu Buche.
Stufe 2: kleine Anschaffungen
- LED-Leuchtmittel in allen Fassungen – in Altbauwohnungen mit vielen Deckenleuchten und Glühbirnen aus Restbeständen ein großer Hebel.
- Steckdosenleisten mit Schalter oder smarte Zwischenstecker mit Verbrauchsanzeige für Schreibtisch und Fernsehecke.
- Ein Strommessgerät aus der Bibliothek oder von der Energieberatung leihen und die Verdächtigen einzeln messen: Zweitkühlschrank im Keller, Aquarium, Wasserbett.
Die Heizlüfter-Falle
Wenn im Herbst die Therme streikt oder das Hinterhauszimmer kalt bleibt, greifen viele zum Heizlüfter. Zwei Kilowatt Dauerlast machen ihn zum teuersten Heizgerät im Haus – und in Leipzigs in den Neunzigern sanierten Altbauwohnungen hängen oft mehrere Räume an einem einzigen Stromkreis. Läuft parallel die Waschmaschine, löst die Sicherung aus; steckt der Lüfter in einer Mehrfachsteckdose, kann diese überhitzen. Als Dauerlösung ist er ungeeignet, als Notbehelf gehört er direkt in die Wanddose.
Stufe 3: wenn Vermieter oder Eigentümer mitziehen
Im Einfamilienhaus in Holzhausen oder Böhlitz-Ehrenberg laufen die größten Stromfresser im Keller: ungeregelte Heizungspumpen, Zirkulationspumpen ohne Zeitsteuerung, alte Warmwasserspeicher. Ein Tausch gegen Hocheffizienzpumpen ist überschaubar und rechnet sich zügig. Für Mieter gilt: Ein Vermieter, der einen 30 Jahre alten Durchlauferhitzer gegen ein elektronisch geregeltes Gerät tauscht, senkt Ihre Stromrechnung spürbar – ansprechen lohnt sich.
Wenn der Zähler trotzdem rennt
Dreht sich der Zähler auffällig schnell, obwohl kaum etwas läuft, kann ein Kriechstrom, ein defektes Gerät oder ein falsch zugeordneter Stromkreis im Mehrfamilienhaus dahinterstecken. Für die Fehlersuche und für Modernisierungen rund um die Hauselektrik in Leipzig vermitteln wir Ihnen einen Elektriker aus unserem Partnernetzwerk.



