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Elektro-Wissen

FI-Schalter: Was er misst, warum er in Leipzig oft fehlt und wie Sie ihn nachrüsten

Funktion, Prüftaste, Fehlersuche nach dem Auslösen und Nachrüstung in Gründerzeit- und Plattenbauwohnungen.

3 Min. Lesezeit

Geöffneter Sicherungskasten mit FI-Schutzschalter und Leitungsschutzschaltern in einer Wohnung

Starkregen über Schleußig, Wasser im Keller, und in der Wohnung darüber geht das Licht aus: Nicht die Sicherung hat ausgelöst, sondern der FI-Schalter. Wer versteht, was dieses Bauteil misst, erkennt auch, warum es in vielen Leipziger Wohnungen fehlt oder nur einen Teil der Räume schützt.

Was der FI misst – und was nicht

Der Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD) vergleicht permanent den Strom auf dem Hinweg mit dem auf dem Rückweg. Geht unterwegs etwas verloren, weil Strom über ein feuchtes Gehäuse, eine beschädigte Isolierung oder einen Menschen zur Erde abfließt, trennt er den Kreis – bei den im Wohnbereich üblichen 30 Milliampere lange bevor ein Stromschlag lebensbedrohlich wird. Vor Überlast und Kurzschluss schützt er dagegen nicht; dafür bleibt der Leitungsschutzschalter zuständig.

Bestandsaufnahme in Leipzig

  • Gründerzeit, saniert in den 1990ern: Damals genügte ein FI für das Bad. Küche, Kinderzimmer und die Steckdose auf dem Balkon laufen häufig ohne.
  • Unsanierte Restbestände: Zweiadrige Leitungen ohne Schutzleiter kommen vereinzelt noch vor. Ein FI lässt sich zwar nachrüsten, ersetzt aber nicht die fehlende Erdung.
  • Plattenbau in Grünau, Paunsdorf oder Lößnig: In der DDR-Wohnungsinstallation war Fehlerstromschutz nicht üblich – Standard war die klassische Nullung. Wo die Wohnung seit der Wende nicht elektrisch saniert wurde, fehlt er bis heute – bei Aluminiumleitungen mit sich lockernden Klemmstellen ein doppeltes Risiko.

Für neu errichtete oder geänderte Steckdosenstromkreise ist der FI seit Jahren vorgeschrieben. Für ungeänderte Altanlagen gibt es keine Nachrüstpflicht, aber eine Empfehlung.

Die Prüftaste: zweimal im Jahr

Drücken Sie die mit „T“ markierte Taste – der Hebel muss hörbar fallen. Danach wieder einschalten. Reagiert der Schalter nicht, ist er verschlissen und gehört ersetzt. Merkhilfe: die Zeitumstellung im Frühjahr und Herbst.

Ausgelöst – was jetzt?

  1. Ziehen Sie in den stromlosen Räumen sämtliche Stecker.
  2. Schalten Sie den FI wieder ein. Bleibt er oben, steckt die Ursache in einem Gerät.
  3. Stecken Sie die Geräte einzeln wieder an, bis der Übeltäter sich verrät.
  4. Fällt der FI ohne angeschlossene Geräte erneut, liegt der Fehler in Leitung oder Dose – zum Beispiel Feuchtigkeit in einer Kellersteckdose nach Starkregen. Dann nicht weiterprobieren.

Nachrüsten: Varianten und Aufwand

Im einfachsten Fall ersetzt ein Elektriker im Wohnungsverteiler einzelne Automaten durch FI/LS-Kombinationen; im Gründerzeitflur ist dafür meist Platz, bei alten DDR-Verteilern muss gelegentlich der ganze Kasten mit. Für Wallboxen braucht es einen Typ B oder eine Wallbox mit eigener Gleichfehlerstromerkennung. In Schlafräumen und ausgebauten Dachgeschossen ergänzen Brandschutzschalter (AFDD) den Schutz: Sie erkennen Lichtbögen an gealterten Leitungen.

Für die Nachrüstung und für die Fehlersuche an Ihrer Hauselektrik in Leipzig vermitteln wir Ihnen einen Elektriker aus unserem Partnernetzwerk – rund um die Uhr erreichbar.

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