Leipzigs Elektroinstallationen haben ein gemeinsames Problem: ihr Alter in Wellen. Die große Sanierungswelle der Gründerzeitviertel liegt inzwischen 25 bis 35 Jahre zurück, die Installationen der Plattenbauten stammen aus den 1970er- und 1980er-Jahren, und in manchem Hinterhaus hat seit der Wende niemand mehr einen Verteiler geöffnet. Ein Elektro-Check macht sichtbar, was hinter Stuck und Tapete passiert.
Was ein Elektro-Check ist
Gemeint ist die normgerechte Prüfung der festen Installation durch eine Elektrofachkraft: Sichtkontrolle, Messungen, Funktionsproben, am Ende ein Protokoll mit Mängelliste. Das Innungshandwerk vermarktet dieses Paket unter dem geschützten Namen E-CHECK; der Inhalt orientiert sich an den Prüfnormen DIN VDE 0100-600 und 0105-100.
Typische Leipziger Anlässe
- Kauf einer Eigentumswohnung im Waldstraßenviertel oder in Gohlis – die Sanierung aus den Neunzigern ist kein Gütesiegel mehr.
- Übernahme einer Mietwohnung in Plagwitz oder Reudnitz, deren Vormieter jahrelang nichts gemeldet haben.
- Keller unter Wasser, wie 2013 entlang von Elster und Pleiße – Feuchtigkeit in Verteilern wirkt noch Jahre nach.
- Vor dem Anschluss von Wallbox, Wärmepumpe, Photovoltaik oder einem Durchlauferhitzer mit höherer Leistung.
- Dachgeschossausbau mit eigener Unterverteilung, der an eine alte Steigleitung gehängt wurde.
- Steckdosen, die warm werden, Lichtflackern beim Einschalten des Herds, brummende Verteiler.
Was gemessen wird – und warum der Blick nicht reicht
Gemessen werden der Isolationswiderstand der Leitungen, die Schleifenimpedanz (schaltet die Sicherung im Kurzschlussfall schnell genug ab?), der Durchgang des Schutzleiters sowie Auslösestrom und Auslösezeit vorhandener FI-Schalter. In Plattenbauwohnungen kommt die Kontrolle der Klemmstellen hinzu: Aluminiumleiter fließen unter Druck, Schrauben lockern sich, Übergangswiderstände steigen – von außen unsichtbar, mit der Wärmebildkamera deutlich erkennbar.
Pflichten für Vermieter, Verwaltungen und Betriebe
In einer Stadt, in der mehr als vier von fünf Haushalten zur Miete wohnen, liegt die Verantwortung meist bei Eigentümern und Hausverwaltungen: Die Verkehrssicherungspflicht verlangt eine sichere Anlage, das Prüfprotokoll ist der Nachweis. Gewerbebetriebe – vom Café an der Karl-Liebknecht-Straße über Ateliers in der Baumwollspinnerei bis zum Logistiker im Nordraum – unterliegen der DGUV Vorschrift 3: ortsfeste Anlagen alle vier Jahre, ortsveränderliche Geräte je nach Beanspruchung zwischen einem halben und zwei Jahren. Ohne Prüfnachweis kann die Versicherung im Schadenfall kürzen.
Das Protokoll lesen
Gute Protokolle sortieren Befunde nach Dringlichkeit: Gefahr im Verzug (sofort abstellen), kurzfristig beheben, langfristig empfehlenswert. Fragen Sie nach, welcher Mangel in welche Kategorie fällt – ein fehlender FI im Bad wiegt schwerer als eine lose Abdeckung.
Für die Prüfung Ihrer Hauselektrik in Leipzig und die anschließende Mängelbeseitigung vermitteln wir Ihnen einen Elektriker aus unserem Partnernetzwerk.



